
Für Jan und Lena Schmitz findet Weihnachten nicht nur im Dezember statt, sondern praktisch das gesamte Jahr. Weihnachtsbäume pflanzen, pflegen und bewässern muss man von Januar bis Dezember. Spätestens ab dem Frühjahr bereitet sich Familie Schmitz mit ihrem Team auf die „schönste Zeit des Jahres“ vor, die für sie zugleich die anstrengendste ist. Denn ab Ende November werden hier bis einen Tag vor Weihnachten sieben Tage die Woche Weihnachtsbäume verkauft und verpackt. Und damit nicht genug: Hier kann man seinen Baum selbst schlagen und anschließend Glühwein, Bratwurst und Waffeln genießen, während der Nachwuchs auf alten Traktoren herumklettert, mit dem Bimmelbähnchen über das Gelände fährt oder einfach herumtollt.

„Weihnachten ist vor allem ein Familienfest. Daher sind unsere Kunden auch vor allem Familien, die teilweise von weither zu uns kommen, um ein paar schöne Stunden zu verbringen. Besonders für die Kinder ist es immer ein Riesenspaß, Papa beim Absägen des Tannenbaums zu beobachten – oder sogar selbst einen Baum aussuchen zu dürfen“, erzählt Lena Schmitz. „Dabei ist es spannend zu beobachten, welche Bäume die Kleinen toll finden. Das sind nicht immer die besonders schönen und gerade gewachsenen, sondern manchmal eher die mit etwas Besonderem, zum Beispiel zwei Spitzen oder solche, die etwas schräg gewachsen sind.“
Auch für die Erwachsenen gibt es gute Gründe, nach dem Baumschlagen noch etwas zu bleiben. Im kleinen Weihnachtsdorf stehen im Halbkreis Holzhütten, die alles bieten, was Herz und Magen begehren. Kaum einer von Schmitz’ Kunden verlässt das Gelände direkt nach dem Schlagen des Baumes. „Oft stehen die Leute noch Stunden danach mit ihrem Glühwein an der Bude, quatschen und haben ihren Spaß“, beobachtet Jan Schmitz jedes Jahr von Neuem. Die weitgehende Überdachung des Platzes hilft dabei, denn im Dezember beschert der Niederrhein gerne mal Schmuddelwetter. Doch selbst bei fiesem Regen erscheinen viele Familien in Friesennerzen und Gummistiefeln vollzählig vor Ort. „Das Weihnachtsbaumschlagen ist für die ein so großer Spaß, dass die sich vom Wetter nicht abhalten lassen“, berichtet Lena.
Neben Familien zählen auch viele Firmen zu den Kunden der Familie Schmitz – für die ein gemeinsames Weihnachtsbaumschlagen oft spannender ist als das übliche Weihnachtsessen im Restaurant. „Zu uns kommen Fünf-Mann-Betriebe genauso wie große Unternehmen“, erklärt Jan Schmitz. „Größere Gruppen können bequem in unserer Scheune feiern, die wir für die Weihnachtszeit festlich schmücken. Wobei das trotzdem ein rustikales Event bleibt. Klar heizen wir die Scheune, aber bei großer Kälte lässt man den warmen Pullover besser an – und unsere Gäste stehen eher mit der Bratwurst im Brötchen am Feuer als mit Kristallgläsern am weiß gedeckten Tisch.“ Wer so ein Event buchen möchte, solltefrühzeitig planen, denn viele Firmen reservieren gleich nach den Sommerferien ihre Wunschzeiten.

„Schön gerade für kleine Firmen ist, dass wir in der Vorweihnachtszeit ziemlich flexibel sind“, so Lena Schmitz. „Wenn so ein Handwerksbetrieb am Freitag um 13 Uhr Feierabend macht und die Jungs überlegen, noch einen Glühwein bei uns zu trinken und dabei gleich einen Weihnachtsbaum für die Firma zu besorgen, können sie einfach kommen. Die sind dann immer ganz happy, und wir freuen uns ebenfalls, wenn wir unseren Kunden einen Wunsch erfüllen können“, sagt sie mit einem Strahlen im Gesicht. Sehr froh sind Jan und Lena Schmitz auch über Stammkunden, die teilweise schon seit vielen Jahren auf ihr Gelände kommen. „Viele kennen noch meinen Vater, der vor Weihnachten auch immer fleißig mithilft“, erzählt Jan. „Einige der älteren Herrschaften können den Baum inzwischen nicht mehr selbst schlagen. Da geht dann einer aus dem Team mit und erledigt das für sie. Anschließend noch ein Schwätzchen mit meinem Vater und alle sind zufrieden.“

Wenn sie erzählen, merkt man Jan und Lena Schmitz an, wie viel Spaß ihnen ihre Arbeit macht – obwohl die vier Wochen vor Weihnachten für die gesamte Familie ausgesprochen intensiv sind. „Es ist einfach toll, so viel positives Feedback zu bekommen“, stellt Lena fest. „Da ist es auch in Ordnung, vier Wochen im Jahr jeden Tag durchzuarbeiten. Allerdings sind wir dann froh, wenn der 23. Dezember vorbei ist und wir selbst Weihnachten feiern. Auch unsere Kinder freuen sich aufs Weihnachtsbaumschmücken und die Geschenke.“ Dabei wird dieses Weihnachten ein Kind mehr unter dem Baum liegen, wie Lena lachend verrät, während sie auf ihren runden Bauch zeigt. In drei Wochen ist es so weit.
Wenn alles nach Plan läuft, kommt das dritte Kind von Jan und Lena Schmitz etwa eine Woche vor Beginn der Kartoffelernte zur Welt. Bei der wird die 34-jährige Mutter wahrscheinlich weniger helfen als sonst. Aber in einem Familienbetrieb ist man es gewohnt, sich gegenseitig zu helfen und füreinander einzuspringen, wenn jemand ausfällt. Nach Weihnachten freut sich dann vor allem Vater Jan auf den jährlichen Skiurlaub: „Wenn ich mit meinen Skiern den Berg herunterfahre, denke ich nicht mehr an den Betrieb, und genau so eine mentale Pause braucht man ab und zu“, betont er. Denn im nächsten Frühjahr geht es wieder weiter: Tannenbäume – aber auch Kartoffeln, Rüben und Getreide benötigen viel Zuwendung, wenn sie gut wachsen und gedeihen sollen.
Schmitz Tannenbäume vom Stickershof
Oberbenrader Straße 167
47804 Krefeld
Telefon: 0151-26 750 459
weihnachtsbaum-krefeld.de
Fotos: Felix Burandt

