Logopädie Sprachschatz

Weil Sprache unser größter Schatz ist

Katharina Teimoorian und Sonja Achten.

Sprache verbindet, ermöglicht Beziehungen, schafft Verständnis. Logopäden kommen ins Spiel, wenn diese beeinträchtigt ist – beispielsweise weil wir lispeln, stottern, schnarchen, nicht richtig schlucken können oder Worte nicht finden. Mit Fachwissen, Erfahrung und sehr viel Herz hilft das Sprachschatz-Team Menschen jeden Alters, Sprachbarrieren abzubauen und Kommunikation wieder erlebbar zu machen. In ihrer Uerdinger Praxis verrieten Sonja Achten und Katharina Teimoorian, welche Probleme ein zu kurzes Zungenband verursachen kann und wie sinnvoll ein Hörtraining nach Cochlea-Implantation (CI) ist. Ihr Rezept? Empathie und Teamwork!

„Das ist so ein vielseitiger Beruf“, schwärmen die Inhaberinnen unisono und führen uns durch helle, mit liebevollen Details wie Mobile, Schatzkiste und Giraffenbild eingerichtete Therapieräume, die eine ruhige Atmosphäre ausstrahlen. Seit acht Jahren führen die beiden „Uerdinger Mädchen“ ihre Praxis für Logopädie gemeinsam – und das so eingespielt, dass die eine oft die Sätze der anderen ergänzt. Dass die Chemie im Team stimmt, merken auch die kleinen und großen Patienten, die diesen Wohlfühlort besuchen. „Bei der Hitzewelle neulich brachte man uns ein Eis vorbei“, erinnert sich Katharina Teimoorian lächelnd. Oder war es Sonja Achten? Egal, es geht ja um Logopädie – oder wie ein Kollege fragte: „Ist das nicht das mit den Füßen?“.

In ihren Räumlichkeiten widmen sich die Logopädinnen mit viel Fachwissen, Erfahrung und Herz ihren jungen Patientinnen und Patienten.

Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt den Job eher sachlich: „Logopäden entwickeln in Zusammenarbeit mit Ärzten individuelle therapeutische Konzepte für Patienten, deren Sprach-, Sprech- und Schluckfähigkeit beeinträchtigt ist, aufgrund von Entwicklungsstörungen, Unfällen, Atem- und Stimmproblemen oder Hörstörungen.“ Aha. Sonja Achten formuliert es deutlich empathischer: „Ich begleite Menschen dabei, ihre Stimme und Kommunikation wiederzufinden oder zu stärken. Auch für mich ist oft noch erstaunlich, wie sich dadurch ihre Lebensqualität und ihr Selbstbewusstsein verbessern.“

Ein zu kurzes Zungenband sei beispielsweise ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinne, weiß Katharina Teimoorian. Beide Inhaberinnen führen seit ihrer Weiterbildung den Titel „Fachtherapeut Zunge“ und betonen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Hebammen, Stillberaterinnen, Kinderärzten, Zahnärzten und Logopäden ist. „Am besten atmen wir durch die Nase“, erklärt Sonja Achten geduldig. „Bei einem verkürzten Zungenbändchen wird aber durch den Mund geatmet. Das kann zu vermehrtem Speichelfluss führen und sich sogar auf den Gaumen oder die Zahnstellung auswirken.“ Langfristig drohten Haltungsschäden. Häufig werde das Problem schon kurz nach der Geburt festgestellt, wenn „frühkindliche Fütterungsstörungen“ auftreten. Auch bei Kindern, die gewisse Laute nicht bilden könnten oder Auffälligkeiten beim Essen zeigten, könne ein zu kurzes Zungenband die Ursache sein, fügt ihre Kollegin hinzu. In solchen Fällen verweisen die Logopädinnen die Betroffenen an Fachärzte aus ihrem Netzwerk und treten wieder auf den Plan, sobald das Bändchen operativ durchtrennt wurde und es um die Wundversorgung geht. „Wir therapieren mit Dehnübungen für die Zunge, üben Lautsprache und bahnen das richtige Schlucken an“, erläutert das Duo.

Eine Herzensangelegenheit der gemeinsamen Praxis ist das Hörtraining nach einer Cochlea-Implantation (CI). „Anders als ein Hörgerät verstärkt ein CI den Schall nicht, sondern wandelt Geräusche in elektrische Impulse um, die direkt den Hörnerv stimulieren. Damit diese neuen Höreindrücke sinnvoll verarbeitet und verstanden werden können, ist ein gezieltes Hörtraining unerlässlich“, sind sich beide einig. Das Ziel sei, Kinder und Erwachsene logopädisch dabei zu unterstützen, das Hören wieder aktiv zu nutzen, Sprache sicher zu verstehen und Kommunikation im Alltag selbstbewusst zu erleben. „Wenn nach dem Hörtraining wieder Vogelzwitschern oder der Wind in den Bäumen wahrgenommen werden, empfinden auch wir eine große Dankbarkeit und Freude“, beschreiben die Logopädinnen ihre Motivation. Ob frisch implantiert oder auch Jahre später: „Hörtraining ist mehr als Übung – es ist der Weg zurück zu mehr Teilhabe, Verständigung und Lebensqualität.“ Die Kooperation mit Ärzten, Hörakustikern und Selbsthilfegruppen werde daher stetig ausgebaut, um Wege kurz zu halten und eine unkomplizierte Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Das insgesamt fünfköpfige Team könne sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen und freue sich über Zuwachs in der Praxis, gibt uns das Führungsduo noch mit auf den Heimweg. „Es wird nie langweilig bei uns, und wir sind offen für ausgebildete Logopäden, neugierige Praktikanten oder Mütter, die nach ihrer Babypause wieder ins Berufsleben einsteigen wollen.“ Für ein gutes Arbeitsklima sorgen flache Hierarchien, Supervision, der regelmäßige Austausch untereinander und ein behutsamer Onboarding-Prozess, der Neulinge nicht gleich ins „kalte Wasser“ wirft. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, sagte einst Wilhelm von Humboldt. Manchmal reicht aber schon ein Kurztrip nach Uerdingen.

Logopädische Praxis Sprachschatz
Sonja Achten & Katharina Teimoorian (B.Sc.)
Traarer Str. 15
47829 Krefeld
Telefon: 02151 – 9422456
Telefax: 02151 – 9422457
E-Mail: info@sprachschatz-logopaedie.de

Fotos: Felix Burandt
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