
Mit Don Roberto hat der Krefelder Şenol Halfar einen Spezialitätenkaffee auf den Markt gebracht, der höchsten Genuss mit Klimaschutz und sozialem Engagement verbinden soll. Ab November gibt es den Kaffee auch in einem eigenen Geschäft in Krefeld.
Es beginnt mit einem vertrauten Duft: frisch gemahlener Kaffee, heißes Wasser, ein Aroma, das sich im Raum ausbreitet. Während das Wasser langsam durch den Filter rinnt, bleibt Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen. Dorthin, wo die Bohnen herkommen: nach Costa Rica, einem Land mit tropischen Regenwäldern, exotischen Vögeln und grünen Kaffeeplantagen.
Sechs Jahre hat Şenol Halfar in dem mittelamerikanischen Staat gelebt. Er hat erlebt, wie abhängig die Landwirtschaft von intakten Ökosystemen ist und welche Folgen der Klimawandel für Anbau und Natur hat. Heute lebt er wieder in Krefeld und verfolgt mit seinem Unternehmen Don Roberto Coffee eine Idee: Kaffee anbieten, der hervorragend schmeckt und dessen Herstellung möglichst wenig Spuren im Klima hinterlässt. „Klimaschutz ist nicht weit weg. Er fängt hier vor Ort an“, sagt Halfar. Ihm gehe es darum, zu zeigen, dass die Entscheidung für ein alltägliches Produkt auch Auswirkungen auf Menschen und Umwelt in den Herkunftsländern hat. Und dass man nicht den gesamten Lebensstil umkrempeln muss, um nachhaltiger zu leben.

Im Mittelpunkt seines Angebots steht ein sortenreiner Spezialitätenkaffee aus 100 Prozent Arabica-Bohnen. Sein Geschmacksprofil beschreibt Halfar mit feinen Schokoladen- und Zitrusnoten. Die Bohnen wurden nach den Qualitätsstandards der Specialty Coffee Association (SCA) bewertet. Damit die Aromen zur Geltung kommen, empfiehlt Halfar, den Kaffee von Hand aufzubrühen und schwarz zu genießen. Wer es ausprobieren möchte, kann das ab November in seinem neuen Geschäft an der Angerhausenstraße 17 tun. Dort wird unter anderem mit dem traditionellen costa-ricanischen Chorreador gearbeitet: einem Holzgestell, in dem ein Stofffilter hängt.
Für Halfar beginnt guter Kaffee allerdings lange vor dem Aufbrühen. Wie die Pflanzen angebaut und die Bohnen weiterverarbeitet werden, entscheidet auch über ihre Umweltbilanz. Er setzt auf eine Produktion, bei der Emissionen möglichst weit reduziert werden. Dazu können beispielsweise erneuerbare Energien, eine sorgfältige Wasseraufbereitung und Anbaumethoden beitragen, die Böden und Artenvielfalt schonen. In Agroforstsystemen wachsen Kaffeepflanzen zwischen anderen Gewächsen statt auf großen Monokulturflächen.
Bei Kaffeeanbau, Verarbeitung und Transport sind die CO₂-Emissionen reduziert. Die geringfügigen verbleibenden Emissionen von weniger als fünf Prozent der ursprünglichen Menge werden durch Baum- und Mangrovenprojekte ausgeglichen und sgewissenhaft geprüft und dokumentiert. So wird eine klimaneutrale Produktion sichergestellt, die vom renommierten costa-ricanischen Kaffeeinstitut (ICafé) zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium zertifiziert ist. Don Roberto Coffee engagiert sich ebenfalls für die Reduzierung des eigenen CO₂-Fußabdrucks. Als Mitglied des Krefelder Klimapakts hat sichdas Handelsunternehmen zu konkreten Zielen verpflichtet, um seine Emissionen transparent zu erfassen und langfristig zu senken.
Auch der soziale Gedanke ist fest mit Don Roberto verbunden. Von jeder verkauften Packung fließen zwei Euro in ein gemeinnütziges Projekt. An welchen Zweck das Geld geht, entscheidet der Käufer durch die Wahl des entsprechenden Kaffees. Zu den unterstützten Einrichtungen gehört unter anderem der Krefelder Zoo. Der Kaffee ist deshalb auch im Zooshop erhältlich. Aus einem alltäglichen Einkauf wird so ein kleiner Beitrag für ein konkretes Anliegen.

Dass Halfar heute über bewussten und nachhaltigen Kaffegenuss spricht, ist keineswegs selbstverständlich. Früher arbeitete er jahrelang an der Börse und trank nach eigener Erinnerung zehn bis fünfzehn Tassen täglich. Erst in Costa Rica änderte sich sein Verhältnis dazu. Heute zählt für ihn weniger die Menge als die Qualität. Kaffee sollte etwas sein, für das man sich Zeit nimmt und bei dem man genauer hinschmeckt.
Mit der Eröffnung seines Geschäfts bekommt diese Haltung nun auch in Krefeld einen festen Ort. Bislang war Don Roberto vor allem online zu kaufen. Ab November stehen die Kaffeespezialitäten an der Angerhausenstraße im Regal und können in einem kleinen Cafébetrieb direkt probiert werden. „Das ist hier eine kleine Costa-Rica-Oase mitten in der schnelllebigen Stadt“, sagt Halfar. Der Laden bietet Gelegenheit, mit ihm über Anbau, Herkunft und Zubereitung ins Gespräch zu kommen. Aber auch, einfach eine gute Tasse Kaffee zu trinken.
Gerade vor Weihnachten ist Don Roberto außerdem als Geschenk interessant. Unternehmen können ihren Mitarbeitern oder Kunden einen guten Kaffee schenken und damit zugleich ein gemeinnütziges Projekt unterstützen. Über die Auswahl des Kaffees legen sie fest, welchem Zweck die zwei Euro pro Packung zugutekommen. So verbindet sich die Freude über ein hochwertiges Geschenk mit einem konkreten Beitrag für Umwelt und Gesellschaft.
Halfar will mit alldem niemandem vorschreiben, wie er seinen Kaffee zu trinken oder zu leben hat. „Meine Mission ist nicht, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Ich möchte ihnen Alternativen zeigen“, sagt er. Vielleicht beginnt Veränderung ja tatsächlich mit etwas so Alltäglichem wie einer Tasse Kaffee. Entscheidend ist, was in ihr steckt und welche Wirkung sie über den Genuss hinaus entfalten kann
Don Roberto Coffee
Angerhausenstraße 17
47798 Krefeld
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
donrobertocoffee.com
Fotos: Lucas Coersten

