
1:59:30 – mit dieser Zeit sicherte sich der Kenianer Sabastian Sawe einen festen Platz in der Sportgeschichte. Beim London-Marathon am 26. April 2026 stellte er nicht nur einen neuen Weltrekord auf, sondern schaffte die Strecke – als erster Mensch überhaupt – unter zwei Stunden. Dieses Ereignis sorgte für Furore in der Laufwelt. Selbst Menschen, die allenfalls mal kurz nach Neujahr aus schlechtem Gewissen die Sportschuhe schnüren, waren begeistert. Dass Laufen auch als Breitensport eine große Fangemeinde hat, zeigt der Runningclub Krefeld, ein lockerer Zusammenschluss, der stetig größer wird. Sein Gründer heißt Arthur Fast.
Für seine große Leidenschaft opfert der 34-Jährige gerne etwas Schlaf. „Es kommt durchaus vor, dass ich schon um 6 Uhr auf der Laufstrecke bin, um bereits vor der Arbeit ein paar Kilometer zu schaffen.“ Der Vertriebsmitarbeiter in einer großen Chemiefirma braucht die tägliche Dosis Sport. Wenn es vom Tempo und der Strecke her passt, nimmt der verheiratete Familienvater Sohn Leon mit: Der Zweijährige fährt in einem speziellen Buggy mit. Wann er genau mit dem Laufen angefangen hat, kann Fast nicht mehr genau sagen. „Seit rund fünf Jahren betreibe ich das Hobby konsequent.“ In einem Verein ist er zwar nicht – trotzdem hat er viele Läuferinnen und Läufer an seiner Seite.

Im November 2025, also einer eher tristen Jahreszeit, startete er mit einer Handvoll Gleichgesinnter den Runningclub Krefeld. „Im folgenden Frühjahr ist die Sache dann regelrecht explodiert“, sagt er, noch immer ziemlich baff vom Erfolg. Inzwischen kommt die WhatsApp-Gruppe auf etwa 350 Mitglieder. Zuletzt musste Fast die akustische Benachrichtigung abstellen – das ständige „Ping-Ping-Ping“ war nicht mehr zu ertragen. Doch gemeinsam mit weiteren Läufern der ersten Stunde gelinge die Organisation der Gruppe nach wie vor sehr gut, betont er. Täglich kommen neue Interessierte hinzu. Die Gruppe ist offen für alle. Online ist sie über Google oder Instagram leicht zu finden. Die Stichworte „Social Runningclub Krefeld“ oder „kr.runningclub“ genügen.
In der analogen Welt ist der „Run“ auf die Gemeinschaft natürlich ebenfalls sichtbar: Bis zu 100 Läuferinnen und Läufer kommen mittlerweile zu den sportlichen Treffen. Besonders beliebt sind die „Specials“ unter der Überschrift „Run und Rave“: Ein DJ in einem Lastenrad kümmert sich an der Spitze des Pulks um die motivierende Beschallung. Einmal monatlich geht es auf diese Weise durch die Krefelder Innenstadt. Startpunkt ist meist das Kaiser Wilhelm Museum. Anschließend klingt der Abend bei kühlen Getränken in einer Bar aus. „Bei diesen Events steht der Spaß im Vordergrund, weniger die sportliche Leistung“, erzählt der Gründer der Community.

Die normalen Treffen finden zweimal wöchentlich statt. Gestartet wird mittwochs um 19 Uhr und sonntags um 9 Uhr vom Parkplatz an der Deußstraße. Arthur Fast, der selbst zwischen Stadtwald und Zentrum wohnt, liebt das Laufen durch die grüne Lunge Krefelds. „Hier kann man wunderbar abschalten“, sagt er. „Das schätzen auch die anderen Läuferinnen und Läufer.“

Die Gruppe sei „bunt gemischt“, erzählt er. Sowohl was die Herkunft als auch das Alter betrifft.“ Die meisten sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, mit Ausreißern nach oben und unten. Auch Ü70-Sportler sind dabei – „die zum Teil den deutlich Jüngeren zeigen, was eine Harke ist“. Wichtig ist den Organisatoren, dass niemand abgehängt wird. Deswegen gibt es immer zwei Tempogruppen: eine etwas langsamere und eine mit ein bisschen mehr Speed. Da die schnellere Gruppe sechs und die langsamere fünf Kilometer läuft, kommen beide gemeinsam am Ziel an. Arthur Fast lädt zum unverbindlichen Probetraining ein. „Bei uns sind ambitionierte Läufer ebenso willkommen wie interessierte Anfänger. Es gibt keinerlei Gruppendruck, nur das schöne Erlebnis in der Gemeinschaft.“ Zugleich tue man etwas für die eigene Fitness.
Es überrascht nicht, dass Arthur Fast zu den Ehrgeizigeren in der Community zählt. Nach verschiedenen Langstreckenläufen in Köln, Düsseldorf und Duisburg peilt er nun das nächste große Ziel an, den Marathon in Antwerpen im Oktober. Darauf bereitet er sich akribisch vor, mit Trainingsplan und angepasster Ernährung. „Ich würde mich freuen, wenn ich in Antwerpen unter 3 Stunden 30 bliebe“, sagt er. Seine zahlreichen Sportsfreunde aus Krefeld werden ihm dafür sicherlich die Daumen drücken.
Instagram: kr.runningclub

Fotos: Felix Burandt

