
Es gibt Berufe, die man ergreift — und solche, von denen man ergriffen wird. Für Felix Micheel ist die Pflege so ein Beruf. Er hatte die Ausbildung zu Pflegefachkraft absolviert, weil er Menschen helfen wollte. Die Realität, die er dann jedoch an seinem Arbeitsplatz in einem großen Krankenhaus vorfand, war ernüchternd. Zu wenige Pflegekräfte für zu viele Patienten, zu wenig Zeit, zu viel Druck. Wer in diesem System funktionieren wollte, hatte nur eine Möglichkeit: sich mit den Bedingungen abfinden und abstumpfen — und das wollte Micheel nicht. Doch genauso wenig wollte er sich mit den anscheinend unverrückbaren Tatsachen einfach abfinden. Also gründete er kurzerhand seinen eigenen Pflegedienst. Mit carevolution beweist er seitdem, dass eine menschliche, emphatische Pflege wirklich möglich ist.
Wer Felix Micheel an einem gewöhnlichen Vormittag in den Räumlichkeiten von carevolution am Gahlingspfad besucht, erlebt etwas Ungewöhnliches: Pflegekräfte, die nach ihren Touren zusammenkommen, sich von ihrem Tag erzählen und miteinander lachen. Es ist das Lachen von Mitarbeitern, die zufrieden mit ihrer Leistung sind, weil sie keine faulen Kompromisse eingehen mussten. Kein Dienst mit der Stoppuhr, sondern mit der Zeit für das, worauf es in der Pflege wirklich ankommt: Für ein aufmunterndes Gespräch, für eine aufrichtende Umarmung, für ein Lächeln. Für Menschlichkeit. Für Micheel ist das kein Zufall. Es ist das Ergebnis seines bisherigen Werdegangs und Ausdruck einer tiefen Überzeugung.

Es war nicht die Pflegetätigkeit selbst, die ihn zermürbt und dazu geführt hatte, dass er seinen Beruf — den er „den schönsten der Welt“ nennt — hingeschmissen hatte, sondern die Zustände, die er vorfand. „Du trittst deine Arbeit morgens schon mit dem Wissen an, dass du nicht allen gerecht werden kannst — und am wenigsten dir selbst“, sagt er. „Du bist andauernd gezwungen, Menschen zu vernachlässigen — nicht weil du das für richtig hältst, sondern weil du keine andere Wahl hast. Und dann stehst du dem entrüsteten Sohn oder der Tochter gegenüber und musst erklären, warum ihr Vater nicht gewaschen wurde. Du verteidigst ein System, unter dem du selbst leidest.“ Er macht eine kurze Pause. „Als Krankenpfleger hast du genau zwei Optionen: Du findest dich mit den Umständen ab oder du brennst aus und brichst zusammen. Ich habe mich für eine dritte Möglichkeit entschieden: Ich bin gegangen.“
Trotzdem blieb Micheel der Pflege treu. Er bildete sich weiter, arbeitete im Qualitätsmanagement für Gesundheitsunternehmen, arbeitete als Pflegeassistent, knüpfte Branchenkontakte, hörte zu und schaute genau hin. Immer mit dem Ziel, irgendwo einen Hebel zu finden, um eine Pflege zu ermöglichen, die seinen Vorstellungen entsprach. Doch überall machte er am Ende die gleiche Erfahrung. „Ich kam nie an den Punkt, an dem ich wirklich etwas verändern konnte“, sagt er. „Pflegekräfte, die am Limit arbeiten und kurz vor dem Burnout stehen, brauchen keine Zertifikate an der Wand.“ Je bewusster ihm wurde, dass er im bestehenden System nichts bewegen konnte, umso stärker wurde der Wunsch, selbst ein besseres zu schaffen. Also gründete er 2019 carevolution: „Ich musste es einfach machen.“
Die Grundüberzeugung, auf der er sein Unternehmen aufbaute, ist denkbar einfach: Qualität in der Pflege steht und fällt mit den Pflegefachkräften. Nur wenn sie ihren Beruf mit Freude ausüben, können sie das geben, was Pflege im Kern ausmacht: echte Zuwendung und Sorgfalt für den Menschen, dem sie gerade gegenüberstehen. Dafür brauchen sie vor allem eines: Zeit.

In der Praxis bedeutet das: carevolution plant individuelle Zeitfenster für jeden Patienten, investiert in Organisation und Digitalisierung, damit die Pflegekräfte ihre Energie dort einsetzen können,wo sie gebraucht wird – beim Menschen. Das Spektrum dessen, was das Team dabei leistet, ist breit: von hauswirtschaftlicher Unterstützung und Körperpflege bis hin zu hochkomplexen Versorgungen wie Wund-, Port- oder Tracheostoma-Versorgung und der Begleitung in palliativen Lebenssituationen. Dazu kommen flexible Einsatzzeiten, kurzfristige Aufnahme und Leistungsänderungen — sowie eine umfangreiche Service-Pauschale für Rezepte, Hilfsmittel und Verordnungen. Bei der Kostenerstattung unterstützt carevolution seine Patienten mit einem der besten Verordnungsmanagements bundesweit: Die Ablehnungsquote gehört zu den niedrigsten in ganz Deutschland.
Um Pflegekräfte zu gewinnen, die den hohen Anspruch teilen, setzt carevolution auf Weiterbildungen, Akademisierung und Spezialisierung. Das Unternehmen gehört zu den ersten Pflegediensten in Nordrhein-Westfalen mit einem ausgewiesenen Schwerpunkt in chronischer Wundversorgung — einem Feld, das hohes Fachwissen voraussetzt und denen, die es beherrschen, echte Erfüllung gibt. Im Team arbeiten examinierte Pflegefachkräfte, studierte Pflegeexperten, Wundexperten, Mitarbeitende mit Palliativerfahrung. „Wer feine gute Pflege leisten möchte, findet bei uns die Möglichkeit, dieser Leidenschaft nachzugehen“, sagt Micheel.

Dass das kein leeres Versprechen ist, lässt sich an Menschen wie Katharina und Ivonne ablesen. Beide sind seit etwa eineinhalb Jahren bei carevolution — und haben zuvor ähnliche Erfahrungen gemacht wie Micheel. Katharina arbeitete in einem Altenheim, bis der Druck sie in den Burn-out trieb. Ivonne stieg erst mit 44 in die Pflege ein, wechselte nach der Ausbildung ins Krankenhaus, dann ins Pflegeheim — doch wurde nirgends glücklich. „Es war eine Mischung aus Stress und Unterforderung“, erklärt sie. „Ich arbeitete stumpf Checklisten ab, ohne diese hinterfragen oder mich wirklich einbringen zu dürfen.“ Heute ist sie, wie Katharina, ausgebildete Wundexpertin, eine Fortbildung, die carevolution für die beiden übernahm — und die beide schon lange machen wollten. „Ich gehe endlich wieder gern zur Arbeit! Ich fühle mich gefordert und wertgeschätzt, aber nicht verheizt. Ich gehe abends nach Hause und weiß, dass ich meinen Patienten wirklich gerecht geworden bin“, sagt sie. Und das kommt vor allem ihren Patienten zu Gute, die tatsächlich gepflegt und nicht nur abgewickelt werden.
Es ist später Nachmittag am Gahlingspfad, langsam trudeln die Pflegekräfte von ihren Touren ein. Gut gelaunt begrüßen sie Micheel, der Geschäftsführer grüßt lächelnd zurück. Man sieht ihm an: Er ist zufrieden, wie sich die Dinge entwickelt haben. Die Realität hat ihm Recht gegeben. Dabei war es 2019 noch alles andere als sicher, dass es so kommen würde, als Micheel Nägel mit Köpfen machte, und ein eigenes Unternehmen gründete. Was ihn dazu getrieben hatte, war keine Schnapslaune — sondern die Überzeugung, dass Pflege besser geht. Besser gehen muss. Wir brauchen mehr Menschen wie ihn: Menschen, die sich nicht mit dem abfinden, was ist, nur weil es immer so war — oder weil es heißt, die Alternative sei nicht finanzierbar. Die Pflege steht vor einer Herausforderung, die sich nicht aussitzen lässt: Deutschland altert, der Bedarf an Pflegeleistungen wird in den kommenden Jahren drastisch wachsen — und wenn sich nichts ändert, werden nicht genug Menschen da sein, die diesen Beruf ausüben wollen. Es sei denn, die Pflege wird endlich wieder zu dem, was Felix Micheel von Anfang an immer in ihr sah: der schönste Beruf der Welt.
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carevolution – Ambulante Pflege in Krefeld
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Fotos: Niklas Breuker

