
Lange war das Dach vor allem dafür da, dass es nicht reinregnet. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten ist uns aufgegangen, dass man diese Fläche darüber hinaus sinnvoll nutzen kann. Oder sogar: nutzen muss. Angesichts betonierter Innenstädte, die sich aufheizen wie Backbleche, Überflutungsgefahr durch immer häufigere Starkregengüsse und gesundheitsschädlicher Feinstaubbelastung sind unsere Dächer neu in den Fokus gerückt. Politiker, Stadtplaner und Architekten sehen in Dachbegrünungen eine wirksame Antwort auf die Herausforderungen. Und Roofuture teilt diese Sicht. Das Unternehmen ist einer der wenigen spezialisierten Anbieter für Dachbegrünungen in Krefeld – und will die Stadt von oben verändern.
Auf Michael Neppeßens Schreibtisch liegen drei Logovorschläge. Er schiebt sie hin und her, hält sie nebeneinander, legt einen wieder weg. Es ist ein ungewohnter Moment für jemanden, der sonst eher mit Exposés und Grundrissen zu tun hat – aber Neppeßen ist das Neue nicht fremd. Zusammen mit David Kordes hat er in den vergangenen Jahren Stück für Stück ein Netzwerk rund um die Immobilie aufgebaut: erst die Partnerschaft mit dem Fassadenreiniger fassago, dann die Gründung von CREVELT Immobilien. Die Logik dahinter ist einfach: Wer eine Immobilie kauft, verkauft, verwaltet oder aufwertet, soll nicht fünf verschiedene Ansprechpartner brauchen. Dass sich die beiden Unternehmer nun der Dachbegrünung widmen, ist der nächste Schritt. „Wer heute bauen will, muss bereits in vielen Stadtteilen eine Dachbegrünung einplanen“, sagt er. „Unsere Kommunen stehen unter dem Druck, klimaresilienter zu werden. Und grüne Dächer sind ein probates Mittel dazu. Und sie sehen einfach schön aus.“

Was Neppeßen von den meisten unterscheidet, die heute über Dachbegrünungen reden: Er hat sie als Dachdecker selbst ausgeführt, und zwar vor bereits 20 Jahren, als noch kaum jemand wusste, was damit gemeint ist. „Die Dachdeckerarbeit legt aber nur das Fundament. Viel wichtiger ist die Arbeit eines Gärtners“, weiß Neppeßen. „Als wir die Idee für die Gründung von Roofuture hatten, war uns klar, dass wir das Know-how eines GaLa-Bauers brauchten, um die Qualität anbieten zu können, die uns vorschwebte.“ Neppeßen erinnerte sich an Michael Kreuz, einen langjährigen Bekannten, der nicht nur die gewünschte gärtnerische Expertise und die erforderliche Infrastruktur mitbringt, sondern bereits etliche Dachbegrünungen umgesetzt hat.
„Ein begrüntes Dach ist keine Dekoration“, schaltet sich Kreuz ins Gespräch ein. „Es speichert Regenwasser, kühlt das Gebäude im Sommer, filtert Feinstaub und schützt die Dachabdichtung vor UV-Strahlung und Temperaturschwankungen – das verlängert ihre Lebensdauer erheblich.“ Was viele nicht wissen: Ein Gründach rechnet sich wirtschaftlich oft schon ohne Fördergelder – wer weniger Niederschlagswassergebühren zahlt, seltener die Abdichtung erneuern muss und im Sommer weniger kühlt, sieht das auf der Abrechnung. „Wer eine Photovoltaikanlage hat“, ergänzt Kreuz, „sollte wissen, dass kühlere Umgebungstemperaturen den Wirkungsgrad der Module verbessern. Dachbegrünung und PV sind kein Widerspruch, sie ergänzen sich.“

Der Fachmann unterscheidet zwischen der Extensiv- und der Intensivbegrünung. Welche geeignet ist, bestimmt die Traglast des Dachs. Die meisten Privathäuser kommen für eine Extensivbegrünung infrage – eine dünne Schicht aus Sedum, Kräutern und Moosen, die relativ anspruchslos sind. Dächer mit höherer Traglast – Gewerbehallen, Bürogebäude, Tiefgaragen – können mit einer Intensivbegrünung versehen werden: Auf höheren Substratschichten wachsen Stauden, Sträucher, und kleine Bäume. „Hier lassen sich attraktive Aufenthaltsflächen planen — inklusive Wegen oder sogar Zufahrten“, erläutert Kreuz. Roofuture plant beide Varianten individuell und setzt dabei auf Systemlösungen führender Hersteller, deren Aufbauten seit Jahrzehnten weltweit erprobt sind. „Die wissen ganz genau, was funktioniert und was nicht“, sagt Kreuz. „Wir profitieren von diesem Wissen bei jeder Planung.“
Zur Planung gehört unbedingt auch die langfristige Pflege. „Frische Extensivbegrünungen pflegen wir in der Regel drei- bis viermal pro Jahr“, erklärt Kreuz. „Der Aufwand reduziert sich mit der Zeit. Intensive Dachgärten erfordern hingegen ähnliche Aufmerksamkeit wie klassische Grünanlagen.“ Roofuture übernimmt beides – auf Wunsch im Rahmen eines dauerhaften Pflegevertrags. Dieses Komplettangebot ist längst nicht selbstverständlich in der noch jungen Dachbegrünungsbranche. Viele Dachdeckerbetriebe springen auf den fahrenden Zug auf, ohne sich mit der Bepflanzung auszukennen oder die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für die spätere Pflege vorzusehen. „Bei PV-Anlagen kommt es bei falscher Planung plötzlich zu Ertragseinbußen, weil es Verschattungen gibt — oder die Bepflanzung wird beim ersten stärkeren Windstoß einfach weggeblasen“, zählt Kreuz auf. „Da wir alle Gewerke vereinen, sind Kunden bei uns auf der sicheren Seite“, verspricht er.

„Das ist er“, sagt Neppeßen und hält seinen Logofavoriten hoch. Die Entscheidung ist ihm nicht leichtgefallen. Deutlich schneller beantwortet er hingegen die Frage, ob Krefeld wirklich mehr Dachbegrünungen braucht. „Wir haben hier unzählige Dächer, die einfach nur grau in der Sonne liegen und sich gnadenlos aufheizen“, sagt er mit dem Blick aus seinem Fenster. „Jedes Dach, das wir begrünen, verbessert das Klima in der Stadt, schützt die Gebäudesubstanz und schafft Lebensraum. Ich denke, die Zukunft deutscher Innenstädte hat grüne Dächer.“ Und zumindest in Krefeld will Roofuture Teil dieser Zukunft sein.
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Fotos: Felix Burandt/unsplash

