Happy Runner

Wenn sich Laufen gut anfühlt

Happy Runner Holger Falk, Mittelstrecken- und Genussläufer, zertifizierter Lauftrainer und Buchautor.

Mit dem Frühling kommt nicht nur die Sonne zurück, sondern auch die Motivation, sich im Freien zu bewegen. Laufen ist eine gute Möglichkeit, die Fitness zu steigern, Stress abzubauen und die Natur zu genießen. Doch wie wird man als Couch-Potato zum Lauf-Liebhaber? Und bleibt auch langfristig dem beliebten Ausdauersport treu? Holger Falk ist zertifizierter Lauftrainer und seit 1980 selbst aktiv, auf Mittelstrecken wie auch als Genussläufer in der Natur. Der Mitbegründer des Krefelder Pfingstlaufes weiß, wie ein sanfter Einstieg gelingt: mit Feingefühl und Achtsamkeit, aber ohne Druck. Im Forstwald plauderte der Buchautor locker aus dem Nähkästchen und tauchte mit uns in das Happy-Runner-Feeling ein.

„Du musst nicht erst besser werden, um anzufangen“ – so lautet der Untertitel auf dem neuen Cover seines Laufbuchs, das uns Holger Falk freudestrahlend noch auf dem Parkplatz am Forsthaus präsentiert. Dass der Volkssport Joggen, ausgeübt von rund 20 Millionen Menschen in Deutschland, positive Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden hat, sieht man auf Anhieb: Der „Kempener Kappes-Buur“ wirkt jünger als die 61 Jahre, die er auf dem Buckel hat, und strahlt eine ansteckende Mischung aus Vitalität und guter Laune aus. Aufgewachsen in Vorst als Sohn einer sportlichen Mutter und eines handballspielenden sowie leichtathletischen Vaters, wurde der Sportplatz früh zu seiner zweiten Heimat: „In meiner Kindheit und Jugend schlug mein Herz zunächst für den Fußball, der mich bis in die Niederrheinliga führte. Doch das Laufen faszinierte mich von Beginn an, besonders die Mittelstrecken.“ Erst letzten Samstag sei er bei der Deutschen Hallenmeisterschaft über 1.500 Meter angetreten, erzählt der durch die Academy of Sports zertifizierte Lauftrainer begeistert und ohne Arroganz. Seine Passion ist fast mit den Händen greifbar, zumal er sich schon vor Jahrzehnten auf die Fahnen geschrieben hat, auch weniger sportlich ehrgeizige Menschen für das Joggen zu gewinnen – ganz ohne Druck oder Angst vor dem Scheitern. So prägte Holger als Mitbegründer des Krefelder Pfingstlaufs von 1996 bis 2015 ein Event, das ohne Zeitmessung und Wettbewerbscharakter neue Standards im Breitensport setzte. „Ich bin halt ein Dino“, sagt er mit einem selbstironischen Lächeln.

Wenn Holger mitten im Wald die Kernaussagen seines Buchs über die Happy-Runner-Philosophie vorträgt, vom Wohlfühltempo schwärmt oder über seine Laufkurse von Geldern bis Bochum redet, spricht er mit dem ganzen Körper und auf Augenhöhe, wie ein guter Freund, der einen begleitet. „Du musst nicht disziplinierter werden, um zu joggen. Erlaube dir, sanfter zu beginnen“ oder „Du musst nicht funktionieren; höre darauf, wenn dein Körper mit dir spricht“ sind Sätze, die sanft motivieren und „die Leute abholen“ sollen. Dann könne es schon ein Erfolgsfaktor sein, dass man überhaupt gestartet sei und sich bewegt habe. Denn „Laufen darf sich zuerst gut anfühlen, alles andere kommt später“, verspricht der Lebensläufer und betont dieWichtigkeit von Pausen: „Der innere Schweinehund ist dein Beschützer! Er will Überforderung, Schmerz oder alte Misserfolge vermeiden. Bekämpfe ihn nicht, sondern höre ihm zu und beruhige ihn.“

Dieser zugewandte Stil prägt auch das Buch „Happy Runner – Joggen ohne Druck“, das Holger vor drei Jahren geschrieben und gerade frisch aufgelegt hat. Freund Daniel hatte ihn ursprünglich nur nach einem Anfängermanuskript für seine Frau gefragt, die mit dem Laufen beginnen wollte, sich aber von der Fülle an Informationen im Internet überfordert fühlte. Jetzt gibt es auf rund 80 Seiten geballtes Hintergrundwissen ohne Fachchinesisch, praktische Impulse, liebevolle Grafiken und einen Trainingsplan über 16 Wochen hin zum ruhigen Happy Runner. Hier gehe es nicht um Tempo, Drill oder Selbstoptimierung, bekräftigt der Autor und warnt davor, sich auf Social Media zu vergleichen. Dass Holger, der auch als Moderator gefragt ist und Gisela Steinhauer neulich bei den WDR2-Sonntagsfragen Rede und Antwort stand, sein Hörbuch selbst eingesprochen hat, überrascht an dieser Stelle nicht wirklich.

Mit seinem Buch möchte er das Laufen vereinfachen und Menschen dazu motivieren, die Laufschuhe zu schnüren.

Für seine Joggingkurse in freier Natur können sich maximal zehn Personen anmelden, die überschaubaren Gruppen sind dabei altersmäßig gut gemischt: „Männer, Frauen, alles querbeet, ob 19 Jahre alt, 30 oder Ü50“, freut sich Holger über die positive Resonanz. Zu seinem Buddy-Konzept gehört auch, dass er die Teilnehmer vor Kursbeginn persönlich kontaktiert, um das erste Eis zu brechen. Einzelcoachings bietet er ebenfalls an. „Du lernst, deinen Körper mitzunehmen, dein Wohlfühltempo zu finden und Schritt für Schritt eine Laufroutine zu entwickeln, die wirklich zu dir passt“, ist auf dem Buchrücken zu lesen. Schließlich will Holger Anfänger und Wiedereinsteiger langfristig in Bewegung bringen. Für unsere Vorfahren in der Steinzeit war das Laufen lebensnotwendig, sie mussten ihr Essen jagen. Heute können wir uns zum Glück auf gelebte Achtsamkeit und Gesundheit für Körper und Seele konzentrieren. Machen wir den ersten Schritt!

Holger Falk
Breyeller Straße 45
41344 Nettetal
E-Mail: info@happy-runner.de
happy-runner.de

Fotos: Felix Burandt
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