
Eine gemütliche Wohnküche für alle, bequeme Sessel, ein gemeinsamer Fernseher, viele individuelle Zimmer und ein Bad – so stellen sich viele eine WG (Wohngemeinschaft) vor. Und so ähnlich sieht es auch aus in der Caritas-Intensivpflege Benedikt – jedoch ist es eine ganz besondere Art des Zusammenlebens. Für schwer kranke Menschen, die eine außerklinische Intensivpflege mit 24-Stunden Interventionsbereitschaft benötigen, hat die Caritas diese neue Einrichtung eröffnet. Intensiv und gemütlich zugleich. Benannt ist sie nach dem heiligen Benedikt, der sowohl als Patron der Kranken als auch der Pflegenden gilt.

Beim Betreten der Räume mit den freundlichen Bildern an den Wänden erinnert nichts an ein Krankenhaus – und genau das ist gewollt. Es gibt bequeme Stühle, Tische, eine kleine Küchenzeile und einen Kaffee-Automaten, der häufig im Einsatz ist. „Bei uns sollen sich die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch alle Besucherinnen und Besucher, so wohl wie möglich fühlen“, sagt Roland Matuschek. Der 60-jährige Willicher, der seit Jahrzehnten am Niederrhein in führenden Funktionen in der Intensivpflege tätig ist, leitet die neue Caritas-Intensivpflege Benedikt. Gelernt hat er am „Städtischen“ in Krefeld (heute Helios). Anschließend war er unter anderem im damaligen Katharinen-Hospital in Willich und am Elisabeth-Krankenhaus (dem „Eli“) in Rheydt tätig. Seine Stellvertreterin ist Maren Eßer: Die 35-jährige Rheinbergerin verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Intensivpflege-WGs. Das gesamte Team, das aus mehreren Pflegefachkräften der Caritas besteht, hat entsprechende Qualifizierungen.
Diese Kompetenzen sind auch zwingend erforderlich. Denn die Intensivpflege Benedikt – die erste diese Art in der Caritas – ist für Menschen mit schwersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen konzipiert. Sie werden beatmet, liegen im Wachkoma oder leiden unter Multipler Sklerose im weit fortgeschritten Stadium. „In der Regel kommen Menschen in Einrichtungen wie unsere, die zwar nicht mehr länger im Krankenhaus bleiben, aber auch nicht in normalen Pflegeheimen versorgt werden können“, erklärt Maren Eßer. Manche sind bettlägerig und nicht mehr ansprechbar. Andere können durchaus im Rollstuhl sitzen und sogar in Begleitung die Einrichtung für einige Zeit verlassen. „Es muss immer das Ziel sein, dass die Bewohnerinnen und Bewohner so viel am Leben teilnehmen wie möglich“, betont der Leiter. Er spricht von einem „Ort der Sicherheit, der Würde und der Lebensqualität“. Dem Team gehe es darum, Menschen ein richtiges Zuhause zu geben, „Unsere Mitarbeitenden und die Bewohnerinnen und Bewohner bauen eine intensive Bindung auf und entwickeln ein gutes Miteinander“, berichtet Maren Eßer.

Mit dem neuen Standort schließt die hiesige Caritas eine Lücke im Angebot der Altenhilfe im Raum Krefeld: „Jetzt können wir für pflegebedürftige Menschen von der ambulanten Pflege mit Palliativdienst über Kurzzeit- und Tagespflege bis zu einem Zuhause in einem stationären Pflegeheim sowie der neuen Intensivpflege nahezu alles aus einer Hand bei der Caritas anbieten“, sagt Caritas-Vorstand Delk Bagusat.

Die neue Einrichtung befindet sich in günstiger Lage: Von der Adresse Melanchthonstraße 5 aus ist sowohl das Helios-Krankenhaus als auch der Krefelder Hauptbahnhof binnen kürzester Zeit zu erreichen. Im Erdgeschoss sind sechs Einzelzimmer vorhanden, im ersten Stock sind es noch einmal neun Zimmer. „Somit sind es eigentlich zwei WGs“, sagt Maren Eßer. Die Zimmer werden von den Patienten und ihren Angehörigen eingerichtet – mit persönlichen Möbelstücken und Gegenständen. Die Kosten für die Pflege zahlen – nach vorheriger Prüfung – die Kranken- und Pflegekassen. Hinzu kommt ein „kleiner Eigenanteil für die Miete und Versorgung“, wie Maren Eßer erklärt. Die Intensivpflege übernimmt das geschulte und erfahrene Caritas-Personal – rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr. „Wir arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb, somit haben unsere Bewohnerinnen und Bewohner möglichst lange dieselbe Ansprechperson und unsere Kolleginnen und Kollegen eine gute Work-Life-Balance“, sagt Maren Eßer.
Wenige Wochen nach der Eröffnung ist bereits der erste Bewohner eingezogen. „Bei weiteren Patientinnen und Patienten laufen intensive Gespräche für eine Aufnahme bei uns“, so Roland Matuschek. Wer sich für das neue Angebot der Caritas interessiert, ist herzlich eingeladen, sich die Räume persönlich anzuschauen. „Einfach melden, dann machen wir einen Termin aus“, sagt Roland Matuschek
Caritas-Intensivpflege Benedikt
Melanchthonstraße 5
47805 Krefeld
Telefon: 02151 – 987920
E-Mail: intensivpflege@caritas-krefeld.de
caritas-krefeld.de
Fotos: Lucas Coersten

