Theater Krefeld und Mönchengladbach

La Bohème: große Emotionen – großes Theater

Minutenlange Standing Ovations erhält das Krefelder Bühnen-Ensemble zum Glück gar nicht so selten. Denn anders als Menschen aus den angrenzenden Metropolen meinen könnten, ist Krefeld in der Theaterwelt absolut keine Provinz. Im Gegenteil: Nach der überaus gelungenen Premiere von „La Bohème“ am 12. April bescheinigten Zuschauerinnen und Zuschauer dem Theater Krefeld und Mönchengladbach wieder einmal eine hohe künstlerische Qualität: „Egal ob beim Ballett, beim Schauspiel oder bei der Oper, Krefeld hat ein großartiges Ensemble“, betont Theaterbesucherin Heike Knispel, die als WDR-Moderatorin viel im Land unterwegs ist.

Diese Einschätzung teilen auch die ebenfalls in Krefeld lebenden Kornelia und Georg Dubbert. „Wir haben La Bohème kürzlich in der Dresdener Semperoper gesehen. Da braucht sich Krefeld nicht zu verstecken“, ist Kornelia Dubbert überzeugt. Für Georg Dubbert waren die Darsteller, die Emotionen wie Trauer und Freude wunderbar vermittelt haben, an diesem Premierenabend ein absolutes Highlight. „Woongyi Lee als Rodolfo hat mich einfach nur umgehauen“, schwärmt seine Frau Kornelia. „Gesang und Darstellung waren top. Der hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt!“

Wie groß die Bühnenleistung von Ensemble und Regie an diesem Abend war, lässt sich auch an den emotionalen Reaktionen des Publikums unmittelbar nach der Vorstellung ablesen: „Ich bin so dankbar, dass ich diesen Abend hier erleben durfte“, sagt Heike Knispel noch sichtlich ergriff en. „Mein Mann und ich haben zwischendurch immer wieder geweint. Das war wirklich ganz großes Theater!“ Die intensive und emotionale Darstellung auf der Bühne lobt auch ihr Mann Rolf Theißen: „Es wurde wunderbar gezeigt, wie Menschen zusammenhalten und tiefes Mitgefühl füreinander zeigen. Das hat mich sehr angefasst“, erklärt er immer noch bewegt. „Vielleicht ergreift uns das besonders, weil wir unsere eigene Zeit auch als sehr fragil empfinden.“

Die Zuschauerstimmen zeigen, dass Regisseur Dennis Krauß die Inszenierung von Puccinis Opernklassiker absolut geglückt ist. Was neben der überzeugenden musikalischen und darstellerischen Leistung auch dem sehr atmosphärischen Bühnenbild zu verdanken ist. Das enge Dachgeschosszimmer, das belebte Café Momus und das nächtliche Quartier Latin bilden allesamt einen gelungenen Rahmen für Puccinis bewegende Geschichte über das Leben, Lieben und Sterben vierer Künstler und ihrer Geliebten im Paris des 19. Jahrhunderts. „Ich hoffe, dass ganz viele Menschen herkommen und ebenso einen begeisternden Abend erleben wie wir heute“, wünscht sich Heike Knispel. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Weitere Aufführungen im Theater Krefeld: 5. Mai, 7. Mai, 5. Juni, 27. Juni, 9. Juli, 19. Juli
Infos und Tickets unter theater-kr-mg.de und theater-kr-mg.de/festwochen

Foto Theater: Matthias Stutte, Fotos Publikum: Felix Burandt
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