ISHC Bockumer Bulldogs e.V.

Rollen statt Kufen

Stephanie Voß, erste Vorsitzende der Bockumer Bulldogs.

In Krefeld denkt man bei Hockey meistens zuerst ans Eis. Doch der ISHC Bockumer Bulldogs e.V. zeigt seit vielen Jahren, dass Hockey auch auf Rollen spektakulär sein kann. Inlineskaterhockey verbindet Dynamik, Technik und Teamgeist – und zwar das ganze Jahr über.

Was 1996 mit einer Parkplatzmannschaft begann, hat sich längst zu einem festen Bestandteil der Krefelder Sportszene entwickelt. Heute zählt der Verein mehr als 270 aktive Mitglieder. Gespielt wird in nahezu allen Altersklassen – von den Bambinis bis zu Ü50-Spielern in den Hobbymannschaften. „Inlineskaterhockey ist eine unglaublich spannende Sportart – jedoch leider deutlich weniger bekannt als Eishockey“, sagt Stephanie Voß, seit Oktober 2025 erste Vorsitzende des Vereins. Die Bockumer Bulldogs kennt sie aus vielen Perspektiven: als Teamleitung, Betreuerin, sogar in der Hobby-Damenmannschaft hat sie mal geschnuppert und heute vor allem als Organisatorin. Gleichzeitig begleitet sie den Sport auch als Mutter und fährt mit ihrem Sohn Marian regelmäßig mehrere Male pro Woche von ihrem Wohnort Moers nach Krefeld.

Gerade für Kinder sieht sie den unkomplizierten Einstieg in jungen Jahren als Vorteil: „In der Bambini-Gruppe können bereits Kinder ab vier Jahren mitmachen, teilweise kommen sogar Dreijährige – die Voraussetzungen sind ein gutes Körpergefühl und sichere Bewegungen.“ Zu Beginn besuchen die Bambinis eine Laufschule, in der zunächst das Fahren auf Rollen im Mittelpunkt steht.

Auch ältere Kinder oder Erwachsene können schnell einsteigen. „Vor allem, wenn sie schon Erfahrung auf Kufen oder Rollen mitbringen“, erklärt Trainer David Meyer, der sowohl die Mannschaft „Schüler-II“ als auch die Herren-Hobbymannschaft „Underdogs“ 42 trainiert. „Aber es gibt auch eine Laufschule für Erwachsene ohne Erfahrung“, fügt er hinzu. In seinem Familienalltag ist der Sport ebenfalls fester Bestandteil; auch seine zwei Töchter und seine Frau sind schnell auf Rollen unterwegs.

Denn Inlineskaterhockey ist ein sehr dynamischer Sport. Gespielt wird in der Halle mit einem Ball, der Körperkontakt ist erlaubt, aber klar geregelt. „Man darf checken – mit der Schulter zum Beispiel“, so der zwölfjährige Marian Voß. „Schubsen ist aber verboten, dann gibt es eine Zeitstrafe.“ Im Training steht deshalb faires Verhalten auf dem Platz immer im Vordergrund. Für Marian ist auch eine weitere Eigenschaft entscheidend: „Es ist ein cooler Sport, der Spaß macht. Und ich kann das ganze Jahr über trainieren – im Gegensatz zum Eishockey.“

„Ja, das stimmt, es ist ein Sport für das ganze Jahr – und auch für die ganze Familie“, fügt Stephanie hinzu. Viele Kinder spielen gemeinsam mit Geschwistern oder Eltern im Verein. Sie sind dabei auch auf Unterstützung von Erwachsenen angewiesen. „Die Sporttaschen für die Ausrüstung sind so groß, dass Fahrrad- oder Busfahren mit dem Gepäck für Kinder allein kaum möglich ist“, erklärt sie. Aus solchen Situationen entsteht jedoch auch ein starkes Miteinander. Denn rund um den Sport hat sich eine eingespielte Vereinsgemeinschaft entwickelt. Familienmitglieder werden für Fahrdienste eingeplant und organisieren Heimspieltage. „Auch mein Vater Wolle ist mit Leidenschaft dabei, er kümmert sich um Fotos, Videos und den vereinseigenen YouTube-Kanal“, lacht Stephanie. Man greift sich gegenseitig unter die Arme. Über eine WhatsApp-Trödelgruppe wird gebrauchte Ausrüstung vermittelt – eine praktische Lösung, da Kinder oft schnell aus ihrem Equipment herauswachsen.

Inlineskaterhockey ist ein sehr dynamischer Sport für Mädchen und Jungs.

Aber nicht nur das: Sie wachsen auch über sich selbst hinaus: Stephanie beobachtet die Entwicklung der Kinder im Verein mit Freude: „Der Sport macht selbstbewusst. Sowohl Jungen als auch Mädchen profitieren davon.“ Auf die Förderung von Mädchen und Frauen wird im Vereinsalltag besonders viel Wert gelegt. Junge Spielerinnen trainieren früh bei der vereinseigenen Bundesliga-Damenmannschaft mit und werden gezielt integriert und begleitet. Für dieses Engagement wurde der Verein im März von der Stadt Krefeld ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr, dass wir von der Stadt gesehen werden“, so Stephanie.

Sichtbar möchte der Verein auch für weitere potenzielle Mitglieder werden. Wer den Hockeysport auf Rollen selbst ausprobieren mag, kann unkompliziert Kontakt aufnehmen. „Man kann einfach eine E-Mail schreiben und zum Schnuppertraining vorbeikommen“, erklärt Stephanie. Leih-Ausrüstung ist vorhanden, für Kinder reichen zunächst Helm und einfach Schoner für die Laufschule. Drei Schnupperstunden bieten die Möglichkeit, den Sport kennenzulernen.

Wer den Verein lieber von der Tribüne aus unterstützen möchte, kann die Spiele der Bockumer Bulldogs in der Dreifachhalle Horkesgath besuchen und die Mannschaften anfeuern. Dort finden in regelmäßigen Abständen sonntags Heimspieltage statt – oft mit mehreren Partien hintereinander. Eine besonders gute Atmosphäre verspricht das Derby am 5. Juli gegen den Krefelder Verein CSC Skating Bears. Stephanie und David sind sich einig: „Das wäre doch ein schöner Anlass für die Krefelderinnen und Krefelder, um uns und unseren Sport kennenzulernen.“

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Fotos: Felix Burand
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