Zehn Jahre Forstwaldtreff

Gute „Dorf-Vibes“ garantiert!

Gut besucht: Der Forstwaldtreff ist seit zehn Jahren ein beliebter Treffpunkt für die Nachbarschaft.

Sieben Kneipen gab es in den 1950er-Jahren in Forstwald – mehrere Lebensmittelgeschäfte, darunter natürlich auch eine Bäckerei und eine Metzgerei. Von diesem ehemals breiten Angebot ist bereits seit Jahren leider nur die Bäckerei geblieben. Dazu kommen eine Tankstelle und eine Pizzeria. Lebensmittel einkaufen kann man nur noch einmal pro Woche auf dem Markt. Abends mal ein Bierchen trinken geht leider gar nicht mehr. Mit dieser Situation wollte sich Markus Kleiner schon vor zehn Jahren nicht abfinden. Forstwald sollte nicht zu einer reinen Schlafstadt werden, in der man kaum seine Nachbarn kennt. Also musste ein Treffpunkt geschaffen werden, und den hob er im Sommer 2016 gemeinsam mit seinem Bruder Rainer aus der Taufe. Der „Bürgertreff“, wie er anfangs hieß, sollte von nun an jeden ersten Freitag im Monat im katholischen Pfarrheim Maria-Waldrast stattfinden.

„In der Pfarrgemeinde war ich seit vielen Jahren aktiv, Maria-Waldrast war so etwas wie mein zweites Zuhause“, erinnert sich Markus Kleiner. „Außerdem ist hier alles da, was man braucht: Theke, Küche, Kühlschrank, Toiletten und viel Platz unter dem Glasdach.“ Also fragte er den Kirchenvorstand und bekam zu seiner großen Freude sofort ein „Mach mal!“ zur Antwort. Nach der Erledigung des Organisatorischen – von der Versicherung bis zum Getränkekauf – konnte es endlich losgehen. Markus Kleiner begann mit der Werbung, verteilte Handzettel und sprach viele Menschen an, wobei er mit Katharina van der Zande schnell eine erste Mitstreiterin gewann. Aber, wie es so schön heißt: Aller Anfang ist schwer! Zu den ersten Treffen kamen kaum mehr als zehn Interessierte. „Anfangs war es noch etwas steif“, erzählt Katharina van der Zande. „Die Leute stellten sich förmlich vor und gaben sich die Hand. Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wenn man die Treffen heute erlebt“, sagt sie mit einem Strahlen.

Inzwischen sind bei jedem Treffen in der Regel 40 bis 50 Personen dabei. Im Sommer und bei besonderen Angeboten sind es auch schon mal 150. Der „Forstwaldtreff“, wie er seit drei Jahren heißt, ist zu einer festen Institution im Südwesten Krefelds geworden. Möglich wurde das vor allem, weil die Gäste des Treffs schnell an der Weiterentwicklung mitarbeiteten und eigene Ideen einbrachten. So gab es bald kleine Vorträge, Theatervorführungen und Konzerte, eine Kunstausstellung, eine Zaubershow und vieles mehr. Auch der Bürgerverein Forstwald unterstützte das Projekt und veranstaltete im Rahmen des Forstwaldtreffs zum Beispiel sein „Frühlingserwachen“ oder seinen „Herbstschoppen“. Bei schönem Wetter wird gegrillt oder auch mal der Foodtruck der Stadt Krefeld ausgeliehen. „Ich finde es toll, dass unsere Gäste nicht nur Vorschläge machen, sondern mit ihrer Idee gleich anbieten, sie auch umzusetzen“, erzählt Markus Kleiner. „Das ist ein sehr schönes Geben und Nehmen.“

Wie sehr der Forstwaldtreff den Zusammenhalt im Stadtteil fördert und auch Zugezogene gleich integriert, zeigt das Beispiel von Veronika und Holger von Rüden, die erst seit fünf Jahren hier wohnen, sich aber in Forstwald so zu Hause fühlen, als hätten sie ihr ganzes Leben hier verbracht. „Unsere Nachbarin lebt seit Langem im Forstwald und sagt immer: Ihr kennt ja mehr Leute als ich“, erzählt Veronika von Rüden. „Vom Forstwaldtreff hab ich als erstes beim Marktcafé erfahren. Das findet immer freitagsmorgens auf dem Markt an der Kirche statt, und da kommt man auch gut mit Menschen ins Gespräch“, berichtet sie. „Abends habe ich dann zu meinem Mann gesagt: ‚Wir haben gleich etwas vor! Heute spielt beim Forstwaldtreff eine Bluesband. Wenn es nichts für uns ist, gehen wir eben wieder nach Hause.’“ „Gegangen sind wir dann nachts um zwei und waren seitdem fast jedes Mal dabei“, ergänzt Holger von Rüden. Die beiden entwickelten sich schnell zu wahren Forstwald-Aktivisten, haben auch eine Zeit lang das Magazin des Bürgervereins betreut und das neue Forstwaldtreff-Logo entworfen. „Wir kommen aus Gelsenkirchen und haben schon in verschiedenen Teilen Deutschlands gelebt. Aber hier haben wir die ideale Mischung von Stadt und Dorf gefunden“, ist Holger von Rüden überzeugt.

Geselligkeit, gute Gespräche und Live-Musik gehören zum Programm des Forstwaldtreffs.

Aktiv wurden die beiden Neu-Forstwalder dann auch, als es darum ging, das zehnjährige Jubiläum des Forstwaldtreffs zu feiern. Mit Unterstützung einiger Mitstreiterinnen kreierten sie eine kleine Jubiläumsbroschüre. Als besonderen Dank an den „Erfinder und Macher“ Markus Kleiner gestalteten sie zusätzlich ein „Dankesbuch“, in dem sich viele Gäste des Treffs mit ihrer ganz persönlichen Dankesbotschaft verewigten.

Dass der Forstwaldtreff auch nach zehn Jahren voller Ideen steckt, zeigt schon der Titel der Jubiläumsbroschüre „Die ersten zehn Jahre“. Beim Treffen am 6. November geht es mit dem Vortrag „Mythos Wald“ über die aktuelle Ausstellung im Gasometer Oberhausen weiter. Am 4. Dezember werden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Hierfür wird eine Forstwald-Weihnachtsband auf die Beine gestellt und das Marktcafé schenkt Glühwein aus. Dabei dürften gute „Dorf-Vibes“ garantiert sein.

Instagram: @forstwaldtreff
E-Mail: Forstwaldtreff@magenta.de
Telefon Markus Kleiner: 01577 – 310 7031

Fotos: Lucas Coersten/Forstwaldtreff
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