Pielartzik - Die Hörberater

Die Welt neu hören: Mit Herz, Hirn und Technik

Zum umfassenden Angebot gehört bei Pielartzik – Die Hörberater auch ein exklusives Hörtraining.

Künstliche Intelligenz soll uns Arbeit abnehmen und erleichtern. Sie analysiert Daten, erkennt Muster, automatisiert Abläufe, trifft Vorhersagen und unterstützt Entscheidungen – und macht damit tatsächlich vieles einfacher. Doch diese Entlastung hat auch eine Kehrseite. Wenn wir Aufgaben dauerhaft an die Technik auslagern, verlieren wir mit der Zeit wichtige Fähigkeiten. Das zeigt sich etwa bei modernen, KI-gestützten Hörgeräten: Sie blenden Geräusche aus, die ihre Algorithmen für störend oder unwichtig halten – und ersetzen damit einen Teil der natürlichen Filterfunktion unseres Gehirns. Was Komfort und ein angenehmes Hörgefühl bringen soll, führt mittelfristig zu einer schleichenden Desensibilisierung. Dr. med. Ruth Bodden-Heidrich erlebte die Folgen am eigenen Leib: Obwohl sie ein modernes Hörgerät trug, wurde ihre Welt immer stiller.

Die pensionierte Psychiaterin und Gynäkologin erinnert sich noch gut an die Versprechungen ihres damaligen Hörakustikers: nur noch das hören, was wirklich wichtig ist, kein störender Lärm mehr, mehr Ruhe, weniger Stress. Die moderne Technik erschien ihr zunächst als Fortschritt. Das Hörgerät blendete zahlreiche Umgebungsgeräusche automatisch aus und nahm ihrem Gehirn damit einen großen Teil der akustischen Sortierarbeit ab. Doch was angenehm sein sollte, veränderte ihre Wahrnehmung grundlegend. „Es war, als lebte ich unter Wasser“, erinnert sie sich. „In meiner Wohnung war es totenstill. Aber ich habe das zuerst gar nicht gemerkt. Wie erkennt man denn auch, dass man etwas nicht hört?“

Dr. Ruth Bodden-Heidrich: Trotz Hörgerät lebte sie wie unter Wasser

Anfang 2026 suchte Dr. Bodden-Heidrich für ihre dritte Hörversorgung einen neuen Hörakustiker auf. Bei Pielartzik — Die Hörberater erlebte sie zu ihrer Überraschung eine ganz andere Versorgung: „Man machte mit mir einen Hörtest, der mir völlig neu war. Auch das Konzept des Hörtrainings verblüffte mich. Aber als Medizinerin bin ich für Neues aufgeschlossen – und die Ergebnisse haben mich rundum überzeugt“, erzählt sie. Die Betreuung folgt einem Dreiklang: Auf Hörmessung und Beratung folgt die Anpassung eines Trainingsgerätes, das die Hörkurve vollständig ausgleicht. Anschließend absolviert jeder Kunde zu Hause ein rund zweiwöchiges Hörtraining, das das Gehirn wieder an die akustischen Reize gewöhnt — eine Leistung, die nur sehr wenige Hörakustiker anbieten. „Das Hörgerät stellt nur die Farbpalette zur Verfügung, das akustische Bild malt anschließend das Gehirn“, vergleicht Clüsserath, Inhaber von Pielartzik – Die Hörberater. Das Training leistet also zunächst genau das Gegenteil dessen, was KI-gestützte Hörhilfen versprechen: keine ruhige und aufgeräumte, sondern eine möglichst vollständige akustische Umgebung. Geräusche, die zuvor kaum oder gar nicht wahrgenommen wurden, erscheinen deshalb anfangs häufig ungewohnt oder störend. „Das Gehirn lernt jedoch schnell, sie einzuordnen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und entsprechend zu filtern“, so Clüsserath.

Mit dem Hörtraining wird das Gehirn wieder an die neu eintreffenden akustischen Signale gewöhnt.

Genau diese Filterleistung möchte der Hörakustikermeister erhalten und fördern, statt sie der Technik zu überlassen. „Wenn ein Gerät im Vorhinein entscheidet, welche Geräusche wichtig sind und welche nicht, gelangt ein Teil der akustischen Informationen überhaupt nicht mehr zum Gehirn“, erklärt er. „Es wird weniger gefordert und verliert nach und nach die Übung darin, selbst zwischen relevanten und unwichtigen Signalen zu unterscheiden. Wie ein Muskel, den man nicht mehr benutzt.“ Die Technik kann diese Fähigkeit nicht vollständig ersetzen. Ein Hörgerät weiß etwa nicht, welchem Gesprächspartner sein Träger in einer größeren Runde folgen möchte. Diese Auswahl trifft das Gehirn – vorausgesetzt, es erhält die nötigen Informationen. Welche schwerwiegenden Folgen es haben kann, wenn akustische Informationen vorenthalten werden, wird sofort klar, wenn man an den Straßenverkehr denkt. Darüber hinaus ist längst bekannt, dass unbehandelte Schwerhörigkeit ein relevanter Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz ist.

Nach ihrer neuen Hörversorgung erlebte Dr. Bodden-Heidrich zunächst eine wahre Überfülle an Reizen. Nach jahrelanger Stille hörte sie wieder Geräusche, die ihr völlig fremd geworden waren. „Es war eine Verrückung meines Weltbilds“, gesteht sie lächelnd. Doch es kam schließlich genau so, wie Clüsserath es versprochen hatte. Heute führt die Klarinettenspielerin wieder angeregte Gespräche in großen Menschenmengen, nimmt an ihren Orchesterproben teil, hört den Straßenlärm, das Zwitschern der Vögel und sogar das Summen ihres Kühlschranks. Für Clüsserath ist das kein Wunder, sondern Neurobiologie: Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter lernfähig und braucht entsprechende Reize, damit gutes Hören gelingt. „Wir möchten Menschen ein natürliches Hörerlebnis zurückgeben — und die Freiheit, die Welt selbstbestimmt zu erleben.“

Pielartzik — Die Hörberater
Ostwall 75
47798 Krefeld
Telefon: 02151 – 28824
E-Mail: info@pielartzik.de
pielartzik-krefeld.de
Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 09 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr, Samstag nach Vereinbarung
Individuelle Termine

Fotos: Niklas Breuker
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