
Im Herzen von Fischeln ist mit der Gerüch(t)eküche ein Ort entstanden, an dem gutes Essen und geselliges Beisammensein zusammengehören. Seit der Eröffnung im Herbst 2025 möchte das Team um René Simon und Kosta Raptis einen Treffpunkt schaffen, an dem man essen, trinken, erzählen und gerne auch einmal länger sitzen bleiben kann. Saisonale Gerichte, ein hauseigener Gin, ein Abend an der Theke oder die Familienfeier im geschlossenen Kreis – die Gerüch(t)eküche soll vor allem eines sein: authentisch, unkompliziert und nah an den Menschen.
Wer das historische Gebäude an der Marienstraße 118 betritt, dem fällt sofort die große, hell gestrichene Holztheke ins Auge. Gleich daneben hängt eine Tablet-Jukebox, über die die Gäste ihre Lieblingssongs auswählen können. „Uns war sofort klar, dass wir die große Holztheke vom Vorpächter übernehmen. Dieses Herzstück musste unbedingt bleiben“, erzählt René Simon, gelernter Koch, und fügt hinzu: „Wir wollen Menschen zusammenbringen – und das natürlich auch an der Bar.“
Gemeinsam mit Kosta Raptis, der den Service verantwortet, und einem eingespielten Team gestaltet René die Gerüch(t)eküche. Viele kennen sich bereits seit Jahren aus der Fischelner Gastronomie. „Gastronomie funktioniert für uns nur gemeinsam. Die Menschen hinter der Theke, im Service und in der Küche sind genauso wichtig wie das, was am Ende auf dem Teller oder im Glas landet“,sagt René. Gerade dieser Zusammenhalt soll auch für die Gäste spürbar sein.

Bis zur Eröffnung im November 2025 mussten allerdings ordentlich die Ärmel hochgekrempelt werden. Sechs Wochen lang wurde renoviert und umgebaut, rund drei Tonnen Holz wurden aus den Räumlichkeiten entfernt. Hinzu kam ein neuer Terrassenbereich. Auch das Thema Barrierefreiheit spielte bei den Planungen eine wichtige Rolle. Gerade bei Familienfeiern sollen möglichst alle Generationen unkompliziert zusammenkommen und sich wohlfühlen können.
Von Dienstag bis Samstag öffnet die Gerüch(t)eküche jeweils um 16 Uhr. Die Sonntage stehen nach Vereinbarung für Familienfeiern und geschlossene Gesellschaften zur Verfügung. Und wenn aus einem Essen ein längerer Abend wird, darf sich auch die Atmosphäre verändern: Die Lichter werden etwas gedimmt, die Musik darf ein wenig lauter werden und aus dem Restaurant wird ganz selbstverständlich auch ein Treffpunkt an der Bar. „Wir schauen, was an dem Abend passiert und was unsere Gäste möchten. Nicht jeder Abend muss gleich sein.“ Denn mindestens genauso wichtig wie das eigene Team sind für die Gerüch(t)eküche die Menschen aus Fischeln. Viele Gäste kennt man seit Jahren, manchmal sogar ihre ganze Familie. „Wir leben und arbeiten hier, kennen viele Menschen persönlich und fühlen uns mit dem Ort verbunden. Wir sind ein Teil von Fischeln – und genau dieses Gefühl möchten wir auch in der Gerüch(t)eküche weiterleben“, so die Gastronomen. Das gilt ebenso für die Küche. Wünsche der Gäste werden ernst genommen, bei Unverträglichkeiten wird nach einer Lösung gesucht und auch fleischlose Alternativen sind möglich. „Dann gehe ich auch schon mal an den Tisch und bespreche persönlich, was wir machen können“, erzählt René.

Seit Juli gibt es eine neue Speisekarte, ergänzt durch eine wechselnde Tageskarte und saisonale Gerichte. Gerade diese Abwechslung macht René besonders viel Freude. Und manchmal wird es sehr persönlich: Steht ein Gericht auf der Karte, von dem das Team weiß, dass ein Stammgast es besonders gerne mag, kann es durchaus passieren, dass kurzerhand das Telefon klingelt und Bescheid gesagt wird.
Diese Nähe gehört zur Gerüch(t)eküche. „Ich kenne bestimmt 80 Prozent unserer Gäste persönlich“, erzählt Kosta, der im Service häufig das erste bekannte Gesicht beim Hereinkommen ist. Viele kommen aus Fischeln, längst finden aber auch Gäste aus anderen Krefelder Stadtteilen den Weg in die Marienstraße.
Neben der persönlichen Atmosphäre sind es kleine Besonderheiten, die das Konzept prägen. Dazu gehört der hauseigene Gin, der gemeinsam mit dem Krefelder Unternehmen ReGINerate entstanden ist. Ein weiterer fester Bestandteil ist das Gänseessen vom 1. November bis Weihnachten, das telefonisch oder online reserviert werden kann. Das Motto lautet dabei ganz schlicht: „Aus dem Ofen auf den Tisch.“

Besonders freut sich René über ein Kompliment, das man nicht planen kann. Wenn gerade jüngere Gäste bei einem traditionellen Gericht sagen: „Das schmeckt wie bei Oma“, weiß der Koch, dass er vieles richtig gemacht hat.
Seit 15 Jahren lebt René als zugezogener Niederrheiner in Fischeln – und längst ist daraus Heimat geworden. „Ich fühle mich zum ersten Mal in meinem Leben als Koch wirklich angekommen. Hier in Fischeln möchte ich bleiben“, resümiert er und fügt abschließend hinzu: „Wir sind nicht einfach in Fischeln. Wir sind Fischeln.“ Am Ende lebt eine Gaststätte nicht allein von einer guten Küche oder einer schönen Theke. Sie lebt von den Menschen, die dort arbeiten – und von den Menschen, die immer wieder durch die Tür kommen.
Fischelner Gerüch(t)eküche
Marienstraße 118
47807 Krefeld
Telefon: 02151-78 33 875
WhatsApp: 0157-56648943
E-Mail: info@fischelner-geruechtekueche.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag ab 16 Uhr
Fotos: Felix Burandt

