
Quartiere sind die Orte, an denen im besten Fall aus Fremden eine lebendige Gemeinschaft wird. Damit das gelingt müssen sprachliche, kulturelle und religiöse, aber auch soziale Barrieren überwunden werden, die das Miteinander erschweren und Nährboden für Vorurteile liefern. Das gilt auch für das Hardenberg- und Kronprinzenviertel: Hier prallen Welten aufeinander. Mal leiser, mal lauter, immer auf engstem Raum. Anne Pelster, hauptberuflich Coachin, Mediatorin und Kommunikationstrainerin, kennt das Viertel genau. Und sie kümmert sich auch ehrenamtlich darum, aus Fremden Nachbarn zu machen.
„In Krefeld passiert nichts!“ — Es ist ein Mantra, das man in unserer Stadt immer wieder hört. Doch tatsächlich zeigt sich Veränderung nicht als erstes in prachtvollen Neubauten oder florierenden Einkaufsstraßen, sondern zunächst im Kleinen, unsichtbar für den unaufmerksamen Passanten. Sie offenbart sich darin, dass Menschen offen miteinander umgehen, auf ihren Stadtteil achtgeben und so den Grundstein dafür legen, dass sich das Gesicht ihres Viertels nach und nach zum Positiven wandelt.

„Das Hardenbergviertel ist strukturschwach“, gibt Anne Pelster Einblick. „Hier leben sehr viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Oft bieten unterbewusste Vorurteile und Sprachbarrieren Zündstoff für Konflikte. Dazu kommt noch der schlechte bauliche Zustand der Häuser und der Infrastruktur.“ Als engagierte Unternehmerin, die unter anderem interkulturelle Kommunikation zu ihren Fachgebieten zählt, steht Anne Pelster in engem Austausch mit der Stadt Krefeld, dem Quartiersmanagement, Bürgervereinen und Stadtteilarbeitskreisen, deren Aufgabe es ist, vor Ort schnell umsetzbare und wirksame Lösungen zu finden. „Da geht es um die Beseitigung von Müllabladestationen und Vandalismus, die Schaffung von Plätzen mit Aufenthaltsqualität, aber auch um die Vermittlung zwischen Konfliktparteien, die selten miteinander, aber oft übereinander reden“, berichtet die 58-Jährige. Dass diese direkte Verständigung ganz oft der entscheidende Schritt ist, hat die Unternehmern schon selbst miterlebt: „Ich erinnere mich an schwelende, lautstarke Konflikte mit schweren Vorwürfen, die sich dann in enge Freundschaften verwandelten“, berichtet Pelster. Zu solchen Entwicklungen möchte sie auch weiterhin beitragen. „Es gilt, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen und zu mehr Aufgeschlossenheit und Verständigung anzuregen. Am Ende profitieren wir doch alle davon“, lächelt Pelster zuversichtlich. Und es entsteht im Kleinen die Gemeinschaft, die Krefeld braucht, um auch den Wandel im Großen zu gestalten.
Anne Pelster — Coaching mit System
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Praxis: Dießemer Str. 46
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Fotos: Felix Burandt

