Don Marcello am Egelsberg

Pizza, Pasta und Amore

In seinem Restaurant auf dem Egelsberg verwöhnt Vollblutgastronom Marcello Sabatino seine Gäste mit italienischen Leckerbissen.

Wenn wir zum Italiener gehen, erwarten wir leckere Speisen und eine kleine Auszeit vom Alltag. Doch manchmal zählt nicht nur, was auf dem Teller liegt, sondern welches Gefühl ein Ort vermittelt. Marcello Sabatino hat aus dem Restaurant am Egelsberg einen Wohlfühlort geschaffen, der mit Herzlichkeit, Aufmerksamkeit und echter Wertschätzung gegenüber den Gästen punktet. Dass bei „Don Marcello“ mit hochwertigen frischen Zutaten und einer Extraportion Liebe gekocht wird, versteht sich fast von selbst. Bei unserem Testessen legte sich der Vollblutgastronom gleich mit zwei Lieblingsgerichten ins Zeug: Pizza Vaffanculo und Gnocchi mit Trüffeln und Gambas. Welche Pläne ihn umtreiben, verriet er direkt aus der Küche.

Obwohl der Himmel in Traar mit hellgrauen Wolken verhangen ist, ahnen wir schon, wie wunderschön der Blick über grüne Felder im Sommer sein muss. Ein Sonnenuntergang mit Aperol im Glas, während Segelflugzeuge elegant über den Flugplatz gleiten? Verlockende Bilder entstehen im Kopf. Auf dem 46 Meter hohen Egelsberg hat Küchenchef Marcello Sabatino mit Ehefrau Violetta vor einem Jahr eine gastronomische Heimat gefunden. Weit umziehen musste er dafür nicht, denn viele kennen den lebhaften Gelsenkirchener mit kalabrischen Wurzeln bereits aus dem benachbarten Tennisclub. Innerhalb kürzester Zeit hat sich der umtriebige Inhaber mit seiner Familie im Krefelder Norden eingelebt und sprudelt Ideen heraus, was nicht nur am x-ten Espresso liegen kann. „Das Restaurant ist auch im Winter geöffnet; ich genieße diese Phase, weil ich mehr Zeit für die Gäste habe“, lässt er uns ungefragt wissen und blickt auf den lichtdurchfluteten Gastraum, der 50 Sitzplätze und eine tolle Aussicht bietet: „Der Spielplatz wird bald renoviert, eine Sanierung der Toiletten steht an, und ich träume sowohl von einem Beach Club als auch von einem Wintergarten“.

Der 39-Jährige zückt sein Smartphone und zeigt uns KI-Fotos, die eine beleuchtete Bar mit viel Platz für einen DJ zeigen. Sobald es endlich wärmer wird und die Fahrradsaison beginnt, können bis zu 80 Personen die Sonnenterrasse genießen und weitere 150 Gäste den Biergarten nutzen – dann „brennt der Baum“, weiß Marcello aus Erfahrung. Als guter Netzwerker freut er sich über Unterstützung durch heimische Vereine wie die freien Bauern von und zu Traar, deren teuflisches Logo er gerade erst im Vorraum aufgehängt hat. „Das Rot passt doch gut zur Sitzbank, oder?“

Die Gnocchi in Trüffelsauce mit Gambas und Kirschtomaten sind besonders beliebt.

Harmonie zählt für den gelernten Kellner, dessen eigentliche Berufung das Kochen ist, nicht nur bei der Einrichtung, sondern vor allem in der Küche und auf dem Teller. „Die Inspiration stammt von meinem verstorbenen Großvater, der in Gelsenkirchen das Restaurant Rossini führte. Es war täglich geöffnet von 17 bis 5 Uhr morgens!“ Mit derselben Leidenschaft, einem dezenten Weißwein und italienischem Bier vom Fass präsentiert uns Marcello zunächst eine Pizzakreation, mit der er Mitte März in Hamburg bei der Deutschen Meisterschaft der Pizzabäcker antreten will. Die Pizza mit dem frechen Namen Vaffanculo (bitte selbst googeln) sei mutig, direkt und alles andere als langweilig, verspricht der Süditaliener. Das schmeckt man: Die Kombination aus klassischer Margherita mit Rucola, kaltem Thunfisch, Parmesan, Kirschtomaten und Chilisauce – „ich komme aus Kalabrien, wir essen gern scharf“ – sorgt für aufregende Sommergefühle am Gaumen. Auch die nächste Pizza überrascht mit einer ungewöhnlichen Kombination aus Speck und Mascarpone, passend zur kälteren Jahreszeit. Auf Marcellos Winterpizza, belegt mit Taleggio-Weichkäse, Walnuss und Birne, müssen wir heute leider verzichten. Ein Blick in die Speisekarte zeigt, dass Liebhaber von Pizzaklassikern wie Funghi, Salame, Prosciutto oder Calzone ebenfalls fündig werden. „Der Boden ist sehr dünn, der Rand kross und fluffig – so lässt sie sich wunderbar mit der Hand essen.“ Dass der Teig vor dem Backen 72 Stunden ruht und immer mit drei Kreuzen gesegnet wird, solle für eine gute Verträglichkeit sorgen, erzählt Marcello lächelnd, während er sich entspannt dem nächsten Gericht zuwendet.

Fröhlich pfeift er vor sich hin, pult gekonnt die Gambas und strahlt eine große Zufriedenheit in der Küche aus: „Die Gnocchi in Trüffelsauce mit Gambas und Kirschtomaten waren schon in Gelsenkirchen der Renner. Ich liebe es, immer wieder neue Kreationen auszuprobieren!“ Wir wischen mit frischem Brot noch die letzten Saucenreste auf, verdrücken zum Abschluss ein großes Glas mit Omas hausgemachtem Tiramisu und können unser kulinarisches Glück kaum fassen. Satt und zufrieden verlassen wir unseren Gastgeber und den Egelsberg und sind sicher: Ob ein Abend zu zweit, ein geselliges Essen mit Freunden oder eine Feier – bei „Don Marcello“ trifft italienisches Lebensgefühl auf rheinische Gemütlichkeit. Und das zu jeder Jahreszeit!

Don Marcello Restaurant
Lilienthalweg 12
47802 Krefeld
Telefon: 02151 36 22 787
E-Mail: DonMarcello.krefeld@icloud.com
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag: 17:00 – 21:30 Uhr
Freitag: 17:00 – 22:00 Uhr
Samstag: 14:30 – 22:00
Sonntag: 12:00 – 20:00 Uhr

Fotos: Felix Burandt
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