
Nach mehr als zehn Jahren kehrt der zu Unrecht verurteilte Barbier Benjamin Barker aus der Verbannung nach London zurück. Unter dem Decknamen „Sweeney Todd“ will er sich an Richter Turpin rächen, der ihm damals Frau und Tochter genommen hatte. Dies gelingt zunächst nicht. Dafür lässt er die Mordlust mittels seines Rasiermessers an anderen Kunden aus, die anschließend von seiner Komplizin Mrs. Lovett zu Fleischpastete verarbeitet werden. Die „leckeren“ Pasteten finden viele nichtsahnende Fans — bis die makabre Erfolgsgeschichte schließlich in einem dramatischen Showdown zum Ende kommt.
Die zum Thema passende Dramatik liefert die Musik des Amerikaners Stephen Sondheim. Auf Splatter-Blut wird in Roland Hüves Inszenierung allerdings bewusst verzichtet“, was auch Zuschauerin Esther Hegyaljai gefällt. „Ich habe den Film gesehen, in dem ziemlich viel Blut spritzte und war gespannt, wie das Thema auf der Bühne inszeniert wird. Das Ergebnis finde ich sehr gelungen“, betont sie. Wie das gesamte Publikum erfreut Hegyaljai sich an den düster-prächtigen Kostümen und dem atmosphärischen, immer wieder in blutrotes Licht getauchten Bühnenbild — beides gestaltet von der aus Berlin stammenden Bühnen- und Kostümbildnerin Lena Brexendorff. Esther Hegyaljais und ihre Begleiterin Silke Beyer sind begeistert, wie es der Bühneninszenierung gelungen ist, aus der blutrünstigen Geschichte einen unterhaltsamen Theaterabend mit tiefschwarzemHumor zu machen – so zum Beispiel in der Szene, in der Sweeney Todd und Mrs. Lovett darüber diskutieren, welche Berufsgruppe das zarteste Fleisch hat.

Sehr gut kommt beim Premierenpublikum auch die große Spielfreude des Ensembles an. Besonderen Applaus bekommen dabei Johannes Schwärsky als Sweeney Todd, Gabriela Kuhn als Mrs. Lovett, Markus Heinrich als selbstzufriedener Büttel Bamford sowie Pascal Schürken in seiner Rolle als Hilfsbäcker Tobias Rag, der — anfangs naiv-gutgläubig — zum Schluss das Böse erkennt und dazubeiträgt, den Horror zu beenden. Aber auch die anderen Bühnenakteurinnen und -akteure werden am Ende mit minutenlangen Standing Ovations belohnt. Völlig zu Recht, finden Hegyaljai und Beyer – die auch die gesangliche Leistung von Solisten und Chor sowie die Musik der Niederrheinischen Sinfoniker zu schätzen wissen. „Ein lustvoll aufspielendes Orchester, das die komplexe Musik sehr präzise interpretiert“, lobt Hegyaljai. „Das war so toll. Da könnte man glatt noch einmal reingehen“, sind sich die beiden Theaterliebhaberinnen einig.
Sweeney Todd ist am Krefelder Theater noch dreimal – am 17. und 18. März und am 4. April zu sehen.
Tickets und Infos unter theater-kr-mg.de
Tefefon Theaterkasse: 02151-805-125
E-Mail: theaterkasse-kr@theater-kr-mg.de
Fotos Theater: Matthias Stutte, Foto Zuschauerinnen: Felix Burandt

