
Feinste House Beats, leckere Weine und gute Stimmung in der City. Klar – das Vorhandensein eines breiten und ansprechenden Sortiments ist ein wichtiges Kriterium für den Besuch einer Innenstadt. Doch eine City lebt nicht nur vom Verkaufsangebot, sondern auch von ihrer Gastronomie und der Atmosphäre insgesamt. Restaurants, Cafés und Bars schaffen ein attraktives Umfeld, fördern das soziale Miteinander und erhöhen die Aufenthaltsdauer der Besucher. Denn wo man sich wohl fühlt, bleibt man gerne länger und kehrt gerne wieder zurück. Regelmäßige Events — am besten natürlich mit Kultcharakter – tragen ebenfalls zur Belebung bei. Genau darauf beruht das erfolgreiche Konzept von Michal Marnocha und Pele Trix. Mit ihrer „SaturDayDrinking“-Reihe sorgen sie für reichlich Stimmung in und vor der Bar Liberté im Herzen Krefelds.
Michal Marnocha bekommt „eine Gänsehaut vor Glück“, wenn er sieht, wie die verschiedenen Generationen zwischen 18 und 50+ zusammen feiern. „Wenn Eltern mit ihren Kindern auf unseren Events Spaß haben und tanzen, ist das einfach das Größte für mich“, sagt der Einzelhändler. Der 43-Jährige, früher im Kundenservice für Chanel und Dior tätig, führt seit Sommer 2023 das traditionsreiche Modehaus Köser an der Angerhausenstraße. Mit dem Betrieb im Geschäft war er zufrieden – aber die Situation vor den Schaufenstern gefiel ihm nicht. „Es war sehr wenig los. Mir fehlte die Lebendigkeit auf den Straßen“, so Marnocha.
Mit seinem Freund Peter Trix, einem leidenschaftlichen DJ, entwickelte er die Idee, mit feinsten House-Klängen eine schöne Atmosphäre auf dem Platz vor dem Shop zu kreieren, die die Leute zum Verweilen anregt. Im Mai 2024 war Premiere – „und es war sofort ein voller Erfolg“, freut sich Pele Trix. Der 62-Jährige arbeitet in Düsseldorf als Unternehmensberater und wohnt in Krefeld. Bei Michal Marnocha ist es umgekehrt. „Wir ergänzen uns also perfekt“, sagen sie unisono und lachen. Als Marnocha im September 2024 dann auch noch das ehemalige Bistro An-Go-Lo schräg gegenüber von Köser übernahm, war die Sache perfekt.

Seit einem Jahr veranstalten sie nun einmal im Monat ein „SaturDayDrinking“-Event. Von 14 bis 18 Uhr können sich Passanten ganz spontan der Party anschließen. Viele kommen aber auch ganz bewusst zum Feiern und Quatschen. Es gibt nicht nur kühle Drinks, sondern auch leckere Häppchen. Für die Musik zeichnen Pele und Florian von Ehren verantwortlich. Wenn das Wetter mitspielt, kommen bis zu 500 Leute auf dem kleinen Areal zusammen.
Der Name „Liberté“ passt gut: An diesem Ort kann man gänzlich ungezwungen den Tag genießen oder den Abend ausklingen lassen. Natürlich sind die Stühle in und vor dem Ladenlokal auch bestens für einen Shopping-Zwischenstopp geeignet. Der Bar-Name verweist außerdem auf den Leitspruch eines von Marnocha gegründeten Modelabels: „Liberté, Egalité, Champagné“. Umgeben von farbenfroher Kunst aus der Region an den Wänden und rot leuchtenden Campari-Flaschen hinter und einem italienischen Retro-Rennrad über dem Tresen fühlt sich der Gast in einen Kurzurlaub versetzt.

Binnen weniger Monate hat sich die Fete am Nachmittag etabliert. „Es herrscht immer eine wunderbare Stimmung“, so Michal Marnocha. Die Erfolgsfaktoren fasst er so zusammen: „Die Menschen schätzen die lockere, entspannte Atmosphäre. Wir schaffen offene Begegnungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppe.“ Die Stadt Krefeld ist mit im Boot – „und sehr kooperativ“, wie die beiden Veranstalter betonen. Auch zur Initiative „Eäte. Drenke. Danze.“ besteht – aus nahliegenden Gründen – eine enge Verbindung. „Wir haben ein gemeinsames Ziel: die Belebung der Innenstadt“, so Pele, dessen Spitzname aus Jugendtagen übrigens nichts mit Fußball zu tunt hat. Das Liberté – eine Mischung aus Bar und Café – funktioniert auch ohne Party. Donnerstags, freitags und samstags finden sich zahlreiche Stammgäste und „Neuzugänge“ ein. „Im Sommer werden wir vielleicht auf fünf Tage die Woche erhöhen“, sagt der Betreiber. Donnerstags von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 24 Uhr, gibt es unter anderem Kaffeespezialitäten von Mitarbeiter David, In-Cocktails von Barkeeper Leo und Spitzenweine von handverlesenen deutschen Winzern. Das Angebot steht unter dem Motto „Klein, aber fein“.
Wenn man so will, hat die Bar gleich zwei Vorbilder: ein bayerisches und ein niederrheinisches. Zum einen ist der Betreiber einer Riesenfan der Bar-Legende „Schumann’s“ in München. Zum anderen ist das Liberté der Nachfolger des legendären „Bogie“ am selben Krefelder Standort. Inzwischen kommen Gäste zu Marnocha und gratulieren ihm mit folgenden Worten: „Das ist hier so toll wie damals vor zehn Jahren“.
Nun freuen sich Michal Marnocha und Pele Trix auf die nächsten zwei Partys: Sie steigen am 5. April und am 17. Mai. Das Konzept soll im Sommer weiter ausgebaut werden. Wie genau, wird aber noch nicht verraten“, so Pele.

Café & Bar Liberté
Angerhausenstraße 11
47798 Krefeld
Telefon: 02151 – 6540504
Instagram: saturdaydrinking
Fotos: Dirk Jochmann & Pele Trix